Flexibel, teamfähig und belastbar? Das sind die Dos und Don‘ts bei Bewerbungen

Flexibel, teamfähig und belastbar? Das sind die Dos und Don‘ts bei Bewerbungen
20. August 2021

Schule fertig, berufliche Neuorientierung, Marktwert checken – irgendwann bewerben wir uns alle um einen Job, die meisten von uns nicht nur ein Mal im ganzen Arbeitsleben. Während manche Leute großen Spaß daran haben, CVs zu kreieren und Anschreiben zu formulieren, fällt es anderen schwer, sich bestmöglich zu präsentieren und die Bewerbung wird zur unangenehmen Pflicht-Aufgabe. Wer zu den letzteren Kandidat:innen gehört, hat ganz bestimmt schon die üblichen Suchmaschinen mit „How To Bewerbung“ und „Muster für Anschreiben“ gefüttert, doch wie die Bewerbungsmappen dann aussehen, wollen wir als Arbeitgeber:in vielleicht lieber nicht wissen, oder? Daher wollen wir euch hier ein paar Tipps an die Hand geben, die in unseren Augen nicht zu kompliziert sind, sich aber zu befolgen lohnen.

Dos:

  • Investieren! Und zwar in Zeit und Grundlagen. Setzt euch in Ruhe hin, blockt euch einige Stunden und legt euch die Basics zu, die es braucht, um eine schöne Bewerbung zu gestalten. Ihr müsst nicht für die neueste InDesign-Version euer Erspartes hinblättern, es gibt genug Freeware mit der ihr exzellent individuelle Designs erstellen könnt, damit am Ende alles stimmig aussieht. Ein Tool wie zum Beispiel Canva ist leicht zu verstehen und für die Faulen gibt es auch genug Vorlagen, die nur noch zu befüllen sind, aber trotzdem nach was aussehen.
  • Helfen lassen! Der Lebenslauf und der eigene Schreibstil sind eine Art von Offenbarung. Wie ihr euch selbst darstellt und auf Unternehmen zugeht, bei denen ihr gerne arbeiten wollt, teilen die wenigsten ohne Hemmungen. Aber: Es lohnt sich, über den eigenen Schatten zu springen und eine zweite Person um Feedback zu bitten. So lassen sich nicht nur Tipp- und Rechtschreibfehler korrigieren. Der kritische Blick von außen kann euch helfen, Formulierungen zu optimieren, und nur weil euch selbst das Design gut gefällt, heißt das noch lange nicht, dass andere diese Meinung teilen.
  • Anders sein! Zugegeben, das klingt nach Wandtattoo. Trotzdem kann es nicht oft genug gesagt werden. Seid außergewöhnlich, stecht heraus. Farbkombinationen im CV, die Kopfweh machen, aber Hauptsache bunt sind, meinen wir damit nicht. Doch auch bei Jobs, die nicht zur Kreativ- und Medienbranche zählen, könnt ihr euch von der Masse abheben. Die Möglichkeiten, anders zu sein sind zahlreich: Ein catchy Einleitungssatz, ein bisschen Selbstironie, gute Adjektive oder sogar ein Video. Versucht, das Unternehmen einzuschätzen, und mit ein bisschen Bauchgefühl findet ihr heraus, wie viel ihr euch trauen könnt. In den meisten Fällen lohnt es sich, und eure Bewerbung geht nicht direkt im Stapel unter.
  • Recherchieren! Das sollte selbstverständlich sein, ist es oft aber nicht. Dinge herauszufinden, war nie so einfach wie heute. Nehmt alles und jede:n unter die Lupe, die zum Unternehmen gehören, klappert die Social-Media-Auftritte ab, guckt euch die Leute auf LinkedIn an. Wenn euch dafür keine Zeit bleibt, bittet eure Freundin um Hilfe, die beim FBI arbeiten könnte und sowieso nur ihren Ex stalkt. Seid informiert und glänzt in einem Gespräch mit Anknüpfungspunkten. Gebt den Personalern das Gefühl, dass ihr euch mit eurem zukünftigen Arbeitgeber oder eurer zukünftigen Arbeitgeberin befasst habt. Extra Plus: Auf die Frage „Was wollen Sie denn von uns noch wissen?“ habt ihr bestimmt etwas parat.

Don’ts:

  • Beeilen. Dringend einen neuen Job zu brauchen ist ein Szenario, das im besten Fall nicht eintritt. Wenn es trotzdem dazu kommt, ist Zeitdruck die Fehlerquelle Nummer Eins. Um zu vermeiden, dass Tippfehler, Grafik-Fails und falsche Anreden eure 30 Express-Bewerbungen im Rückblick zu einem Trip nach Cringetown machen, setzt auf Qualität statt Quantität. Nur fünf Stellen, von denen ihr überzeugt seid, bekommen so Anschreiben und Lebenslauf von jemandem, der sich ausreichend Zeit genommen und Mühe gemacht hat, anstatt ein unprofessionell hingerotztes Nicht-Komplett-Set.
  • Eine für alle. Ein Fehler, den es unter allen Umständen zu vermeiden gilt: Die gleiche Bewerbung überall hinschicken. Lebenslauf und Anschreiben sollten immer individuell angepasst werden, und zwar an das Unternehmen UND an den Job. Wer nicht rüberbringen kann, dass er oder sie sich mit der Bewerbung schon etwas gedacht hat, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht als Kandidat:in in Betracht gezogen.
  • Lügen. Ob ihr christlich seid oder nicht, es gilt das achte Gebot. Wenn ihr eine der Anforderungen nicht erfüllen könnt, ist Hochstapeln definitiv der falsche Weg. Überlegt stattdessen, wie ihr fehlende Kenntnisse oder Erfahrung ausgleichen könnt. Es sind Photoshop-Skills gefragt, aber der Basis-Unikurs ist zehn Jahre her? Macht nichts, denn ihr seid lernwillig und nicht auf den Kopf gefallen.
  • Ausholen. Ihr wart in der Grundschule? Und habt zu Oberstufenzeiten nebenbei im Supermarkt Regale eingeräumt? Das ist super und freut uns, hat aber nichts in eurem Lebenslauf zu suchen. In das CV gehören nur Ereignisse und Auszeichnungen, die euch etwas für die Stelle bringen, auf die ihr euch bewerbt. Was schulische Aktivitäten betrifft: Bitte gerne nur die letzten relevanten Karrierehighlights. Kleines Geheimnis: Euer Abi-Schnitt ist uns wirklich egal, wenn ihr uns überzeugt.

Wenn ihr bis hierher gelesen habt, steht bei euch vielleicht demnächst der erste Job oder ein Jobwechsel an. Schaut doch mal in unsere aktuellen Ausschreibungen unten auf der Seite. Nichts Passendes dabei? Dann setzt euch doch https://www.zucker.berlin/de/jobs-de/ als Bookmark und wenn es so weit ist, warten wir in unserem Postfach jobs@zucker.berlin auf euch. Viel Erfolg!

Ein Beitrag von Loretta Käch

Foto: AndreoPolino / Pixabay

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