What’s your story, TikTok?

What’s your story, TikTok?
15. Juli 2021

TikTok – schnell wachsend, Mittelpunkt für Marken-Kooperationen und von der Gen Z heiß geliebt, während so manch eine:r über 25 immer noch versucht, den Hype zu verstehen. Aber spätestens seitdem wir alle gelangweilt in unseren Wohnungen einen Lockdown nach dem anderen verbringen mussten, sind einige unter uns der catchy Videoplattform verfallen. TikTok hat während der weltweiten Lockdowns enorm an Popularität gewonnen und ist nun vollständig im Social-Mainstream angekommen.  

Doch falls ihr bisher angenommen habt, dass diese unglaublich schnelllebige Plattform urplötzlich auf dem hart umkämpften Social-Media-Markt aufgepoppt ist und seitdem die steile Erfolgsleiter ohne Pause hochklettert, dann täuscht ihr euch. Denn, ob ihr es glaub oder nicht, auch TikTok hat bereits eine Vergangenheit und ist mittlerweile eine nicht mehr ganz so neue Smartphone-App.

TikTok war nicht immer TikTok

Bevor wir die Geschichte von TiktTok erzählen, müssen wir einen kleinen Exkurs zu musical.ly machen. Könnt ihr euch noch erinnern? Musical.ly war die Social-Media-App, die hauptsächlich zum Teilen von kurzen Playbackvideos verwendet wurde. Ihr kennt bestimmt das deutsche Zwillingsduo Lisa und Lena – die beiden verdanken musical.ly ihren Erfolg. Die App wurde im Sommer 2014 in China veröffentlicht und war insbesondere bei jungen Nutzer:innen sehr beliebt. Das Besondere an musical.ly war, dass die aus China stammenden Gründer die App auch auf den amerikanischen Markt ausrichteten, und nicht nur auf den heimischen. Das Unternehmen hatte sowohl in Shanghai als auch in Los Angeles einen Firmensitz. Nur so gelangte musical.ly an internationale Beliebtheit und wurde zum großen Erfolg.

Noch vor der Geburtsstunde von musical.ly, nämlich im März 2012, gründete der Chinese Yiming Zhang den Digitalkonzern ByteDance. Das erste Produkt dieses Unternehmens war eine Newsplattform mit individualisierten Nachrichten-Feeds. Im September 2016 brachte es schließlich die App Douyin auf den Markt. Vergleichbar mit musical.ly, handelte es sich dabei um eine Kurz-Film-Plattform. Musical.ly und Douyin standen also in direkter Konkurrenz. Da auch ByteDance mit seiner App Douyin nicht nur den chinesischen Markt abdecken wollte, wurde im Mai 2017 ein Klon von Douyin für alle Länder außerhalb Chinas releast: TikTok.

Im November 2017 übernahm ByteDance den Konkurrenten musical.ly. Es wird geschätzt, dass der Kaufpreis zwischen 800 Millionen und einer Milliarde US-Dollar lag. Da es aber wenig Sinn machte, zwei Apps mit einem ähnlichen Angebot auf dem Markt zu haben, wurden musical.ly und TikTok im August 2018 vereint. Musical.ly ging samt seiner Nutzer:innen in TikTok über. Quasi über Nacht gewann TikTok mehrere Millionen neue User:innen. Bereits im September desselben Jahres hatte TikTok mit einer Milliarde Downloads Facebook, Instagram, YouTube und SnapChat bei den monatlichen Installationen übertroffen. Noch nie zuvor ist ein soziales Netzwerk in so kurzer Zeit so groß geworden.

Weil diese Entstehungsgeschichte von TikTok etwas verwirrend sein kann, haben wir euch das ganze nochmal ein einer Grafik veranschaulicht:

Entstehungsgeschichte von TikTok

Von einfachen Playbackvideos hin zu kreativen Clips

Ursprünglich wurde TikTok also für das Teilen von Playback-Videos entwickelt. Bis heute ist diese Art von Clip auch noch sehr beliebt, aber die App und ihre User:innen entwickeln sich ständig weiter. Als tausende User:innen plötzlich damit anfingen, Dancemoves zu lernen und sie in der App zu teilen, wurde dies zu einem neuen Trend. Heute machen Playback- und Tanzvideos zwar noch einen großen Teil des Contents aus, mittlerweile gibt es auf TikTok aber so viel mehr zu entdecken: Rezeptideen werden geteilt, Anwälte klären über Recht auf, wir können uns von Modeprofis inspirieren lassen, politische Initiativen sind aktiv, Lifehacks machen uns das Leben leichter und, und, und. Der Kreativität werden keine Grenzen gesetzt. Videos werden teilweise von professionellen Content Creators erstellt, die stundenlang an ihren Videos arbeiten, bis sie sich an Perfektion selbst übertreffen, oder es sind verwackelte Clips, die sich durch Spontanität auszeichnen. Ein potenzielles Viral-Gehen wird jeder Art von Video versprochen.

Künstlicher Erfolg

Doch was macht TikTok so unglaublich erfolgreich? Sobald wir die App öffnen, beginnt im Hintergrund eine künstliche Intelligenz zu arbeiten. Ihr müsst nur wenige Videos gesehen haben und schon werden Interessen erkannt und ausgewertet. Auf diese Weise gelingt es der App, nur noch für den/die Nutzer:in relevante Videos einzublenden. So passiert es, dass ihr plötzlich stundenlang von Video zu Video swipt, ohne zu merken, wie die Zeit vergeht. Im Gegenteil zu anderen Apps, bei denen wir beim Start die Beiträge derer sehen, denen wir folgen, wird uns bei TikTok auch eine Auswahl aller Inhalte der Plattform angezeigt. Der Algorithmus entscheidet, was uns vorgeschlagen wird. TikTok selbst verspricht, dass weder die Anzahl der Follower:innen noch die Zugriffszahlen Einfluss darauf haben, ob ein Video auf der sogenannten For-You-Page auftaucht. Theoretisch bedeutet das also, dass jede:r mit ihrem oder seinem Clip auf TikTok viral gehen kann, ohne Aufbau organischer Reichweite.

Außerdem ist die Plattform extrem einnehmend gestaltet. Interaktion ist das A und O, egal ob durch einen Like, einen Kommentar, ein Duett oder einen Gruppenchat. Mehr als jede andere App, ermutigt uns TikTok ständig dazu, mit dem Rest der Community zu interagieren.

Etwas, das wahrscheinlich bleiben wird

TikTok ist aus der Social-Media-Landschaft nicht mehr wegzudenken. Ob während eines Lockdowns oder in unserem alltäglichen Leben – es ist immer spannend, einen Blick in das Leben anderer zu werfen, insbesondere dann, wenn Kreativität im Spiel ist. TikTok bietet Ablenkung und Inspiration. Es ist eine App, in der Trends erkannt und gesetzt werden. Und für Unternehmen gilt: Wer die Generation Z erreichen will, wird wohl kaum an dieser App vorbeikommen. Einige Unternehmen, wie zum Beispiel Otto oder Just Spices sind hier erfolgreiche Vorreiter. Doch dazu werden wir in einem unserer nächsten Blogbeiträge ausführlicher berichten. Ist euch auch schon die ein oder andere Kampagne aufgefallen? Let us know! In einem unserer nächsten Blogbeiträge werden wir dann unsere eigenen Favoriten vorstellen.

Titelbild: Pixabay / Motionstock

Ein Beitrag von Juli Augusta Hohenbüchler